Ratgeber · Aktualisiert 20. Oktober 2026
Trinkgeld in Deutschland: was üblich ist
Deutschland liegt im Mittelfeld. Die Bedienung ist im Preis enthalten, Trinkgeld bleibt freiwillig und ist kulturell üblich.
Deutschland im Mittelfeld
Deutschland liegt bei Trinkgeld zwischen den Extremen. Nicht so hoch wie in den USA (15 bis 20 Prozent), nicht so unüblich wie in Japan. Als Orientierung gelten 5 bis 10 Prozent bei zufriedenem Service.
Im Vergleich zur Nachbarschaft (laut den hinterlegten Länderdaten):
- Schweiz: Service im Preis enthalten, Aufrunden bis etwa 10 Prozent
- Österreich: etwa 10 Prozent
- Frankreich: Service meist enthalten, Aufrunden oder 1 bis 2 Euro
- Niederlande: bis etwa 10 Prozent
- Polen: etwa 10 Prozent
Freiwillig, aber üblich
Die Bedienung ist in Deutschland im Preis der Speisekarte enthalten (Gesamtpreis nach § 3 PAngV). Trinkgeld ist freiwillig. Eine vorab ausgewiesene Servicepauschale ist dagegen Teil des Preises (siehe Trinkgeld und Service Charge).
Restaurants in Deutschland
Im Restaurant ist Aufrunden der häufigste Ansatz. Bei 14,80 Euro Rechnung „16 Euro stimmt so“ (rund 8 Prozent). Bei 47,30 Euro „50 Euro“ (rund 6 Prozent), bei zufriedenem Service eher 52 Euro (rund 10 Prozent).
Bei besonderem Anlass (Hochzeit, Jubiläum, sehr aufmerksamer Service) werden auch 15 Prozent und mehr gegeben, was Servicepersonal eher als Geschenk empfindet.
Bars, Kneipen und Cafés
In Bars und Kneipen:
- Aufrunden auf einen glatten Betrag
- bei aufwendigen Cocktails gern etwas mehr
In Cafés:
- Aufrunden auf einen glatten Betrag
- bei Bedienung am Platz darf es etwas mehr sein
Friseur, Kosmetik, Spa
Im Friseursalon:
- Aufrunden bis etwa 10 Prozent
- bei langen Behandlungen (Färben plus Schnitt) eher am oberen Ende
Massage und Spa:
- Aufrunden bis etwa 10 Prozent
- in Spa-Hotels oft über die Hotelrechnung
Taxi und Lieferdienste
Taxi: Aufrunden um 1 bis 2 Euro. Bei Hilfe mit dem Gepäck etwas mehr.
Lieferdienste: Aufrunden oder 1 bis 2 Euro. In den Apps sind oft feste Beträge vorbelegt.
Hotels
- Gepäckträger: etwa 1 Euro pro Gepäckstück
- Reinigungspersonal: 1 bis 2 Euro pro Nacht, in einem Umschlag mit Hinweis im Zimmer
Warum Trinkgeld in Deutschland keine Existenzfrage ist
Der gesetzliche Mindestlohn beträgt seit dem 1. Januar 2026 13,90 Euro brutto je Stunde (ab 1. Januar 2027: 14,60 Euro). Servicepersonal bekommt also einen Lohn unabhängig vom Trinkgeld. Trinkgeld ist ein Plus und zeigt Wertschätzung, aber keine moralische Pflicht. Wer mit dem Service unzufrieden ist, darf weniger geben.
Quellen
- BMAS: Mindestlohn steigt zum 1. Januar 2026
- Richtwerte: redaktionelle Orientierung, siehe Methodik
- Prozent-Formel
Häufige Fragen
Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen
Wie viel Trinkgeld in Deutschland im Restaurant?
Trinkgeld in deutschen Bars und Cafés?
Trinkgeld an Friseure?
Hotelpersonal in Deutschland?
Trinkgeld bei Lieferdiensten?
Über den Autor
Recherche und Datenpflege trinkgeld-berechnen.de
Jan-Tristan Rudat verantwortet die Recherche und Datenpflege für trinkgeld-berechnen.de. Er gleicht die Trinkgeld-Konventionen der 31 erfassten Länder mit Tourismus-Stellen und etablierten Reiseführern ab und hinterlegt die Quelle je Land. Inhaltlich begleitet er die Ratgeber zu Länder-Unterschieden und zur Differenzierung nach Service-Typ. Die Inhalte sind redaktionelle Aufbereitung öffentlicher Quellen und ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Reiseberatung.
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Stand: Oktober 2026. Gesetze, Steuersätze und Gepflogenheiten können sich ändern. Bei Diskrepanzen zwischen Artikel und amtlicher Quelle gilt die amtliche Quelle.