Ratgeber · Aktualisiert 20. Oktober 2026
Service Charge und Trinkgeld
Service Charge ist ein Aufschlag des Restaurants, Trinkgeld geht an das Personal. Bei „service compris“ ist kein Extra-Trinkgeld nötig.
Zwei verschiedene Dinge
„Trinkgeld“ und „Service Charge“ sind nicht dasselbe. Wer das verwechselt, zahlt im schlimmsten Fall doppelt.
| Merkmal | Trinkgeld (Tip) | Service Charge |
|---|---|---|
| Pflicht? | Freiwillig | Steht auf Karte oder Rechnung, dann Teil des Preises |
| Höhe | Der Gast entscheidet (üblich je nach Land) | Fester Aufschlag, oft 10 bis 15 Prozent |
| Empfänger | Servicepersonal | Betrieb, der es verteilen kann |
| Steuer (Deutschland) | Beim Arbeitnehmer steuerfrei nach § 3 Nr. 51 EStG | Betriebseinnahme; Auszahlung an Beschäftigte ist Arbeitslohn |
| Verhandelbar? | Völlig (Höhe selbst gewählt) | Je nach Land und Formulierung unterschiedlich |
Wo gibt es Service Charge?
Service Charge ist verbreitet in:
- Großbritannien: Servicegebühr auf der Rechnung, meist 10 bis 12,5 Prozent, oft als „discretionary service charge“
- Frankreich und Italien: „service compris“ beziehungsweise „servizio incluso“, der Service ist im Preis enthalten
- Singapur und Hongkong: meist 10 Prozent auf der Rechnung
- Brasilien: oft 10 Prozent auf der Rechnung
- Gruppen ab etwa 6 Personen: in einigen Ländern und Restaurants automatisch ein Aufschlag
Service compris: was es heißt
„Service compris“ auf einer französischen Rechnung bedeutet wörtlich „Service ist inbegriffen“. Der Aufschlag ist Teil des Preises. Praktisch heißt das: Aufrunden ist freiwillig. Wer etwas draufgibt, zeigt besondere Zufriedenheit.
Discretionary Service Charge in Großbritannien
In britischen Restaurants steht oft „Service charge 12.5% included for groups, discretionary for others“. „Discretionary“ heißt: Der Aufschlag kann abgelehnt werden. In der Praxis geschieht das selten.
Wer ihn streichen lassen möchte, sagt es höflich beim Bezahlen („Could you remove the service charge?“). Bei klar schlechtem Service ist das üblich akzeptiert.
Doppelte Belastung vermeiden
- Rechnung und Speisekarte lesen: Ist eine Service Charge schon enthalten?
- Wenn ja, ist in Deutschland und den meisten europäischen Ländern kein weiteres Trinkgeld nötig.
- In den USA ist bei einer Service Charge oft unklar, wie viel beim Personal ankommt; dort gilt es als üblich, zusätzlich Bargeld zu geben, wenn man dem Server etwas Gutes tun will.
Steuerlicher Unterschied in Deutschland
Trinkgeld ist nach § 3 Nr. 51 EStG beim Arbeitnehmer steuerfrei, wenn es freiwillig von Dritten (den Gästen) zusätzlich zum Lohn gegeben wird. Für Inhaber und Selbstständige ist Trinkgeld dagegen eine Betriebseinnahme.
Eine Service Charge, die der Betrieb auf die Rechnung setzt, gehört zum Umsatz des Betriebs. Zahlt er davon etwas an Beschäftigte aus, ist das Arbeitslohn und läuft über die normale Lohnabrechnung.
Ist eine Servicepauschale in Deutschland erlaubt?
Ja, wenn sie klar angegeben ist. Nach der Preisangabenverordnung muss der Gesamtpreis genannt werden (§ 3 PAngV). Eine deutlich ausgewiesene Servicepauschale ist dann Teil des Preises. Ein nachträglich nur auf der Rechnung auftauchender Aufschlag, den Karte oder Absprache nicht vorsahen, ist etwas anderes.
Quellen
Häufige Fragen
Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen
Was ist Service Charge?
Was ist ein Tip (Trinkgeld)?
Was bedeutet „Service compris“?
Was ist „discretionary service charge“?
Was, wenn beides fällig wird?
Über den Autor
Verfasser und redaktionelle Verantwortung trinkgeld-berechnen.de
Mateusz Viola ist Betreiber und redaktionell verantwortlich für trinkgeld-berechnen.de bei der AKARA Solutions GmbH. Er hat den Rechner aufgebaut, einschließlich der Logik für die Prozentberechnung, die Aufteilung auf Personen und die Rundungsregeln. Der Fokus liegt auf einer nachvollziehbaren Berechnung von Trinkgeld in verschiedenen Service-Situationen. Die Inhalte sind redaktionelle Aufbereitung öffentlicher Quellen und ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Reiseberatung.
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Stand: Oktober 2026. Gesetze, Steuersätze und Gepflogenheiten können sich ändern. Bei Diskrepanzen zwischen Artikel und amtlicher Quelle gilt die amtliche Quelle.