Ratgeber · Aktualisiert 20. Oktober 2026
USA: warum Trinkgeld dort fest erwartet wird
Trinkgeld ist in den USA rechtlich freiwillig, aber fester Teil des Einkommens im Service. Tip Credit, Mindestlohn und übliche Sätze.
Trinkgeld in den USA: freiwillig, aber fest erwartet
In den USA ist Trinkgeld rechtlich freiwillig, sozial aber fest erwartet. Die übliche Spanne im Restaurant: 15 bis 20 Prozent des Rechnungsbetrags (laut Rough Guides).
Servicekräfte rechnen mit mindestens 15 Prozent, bei sehr gutem Service sind bis zu 20 Prozent üblich. Deutlich weniger fällt auf.
Warum so hoch?
Das Bundesgesetz (Fair Labor Standards Act) erlaubt Arbeitgebern, Servicepersonal einen niedrigen Bar-Lohn zu zahlen und Trinkgelder darauf anzurechnen („Tip Credit“). Auf Bundesebene sind das mindestens 2,13 US-Dollar je Stunde in bar. Reichen Bar-Lohn und Trinkgelder zusammen nicht für den Bundesmindestlohn von 7,25 US-Dollar, muss der Arbeitgeber die Differenz ausgleichen. Viele Bundesstaaten und Städte haben höhere Mindestlöhne oder erlauben keinen Tip Credit.
Praktisch heißt das: Ein großer Teil des Einkommens von Servicepersonal hängt vom Trinkgeld ab. Deshalb gilt es als Teil der Rechnung, auch wenn es rechtlich freiwillig bleibt.
Wer bekommt Trinkgeld?
Typische Trinkgeld-Berufe in den USA (Orientierung):
- Restaurant-Service: 15 bis 20 Prozent des Rechnungsbetrags
- Bar mit offener Rechnung: wie im Restaurant, 15 bis 20 Prozent
- Taxi und Fahrdienste: etwa 15 Prozent
- Hotel, Lieferdienste, Friseur und Spa: kleine Beträge beziehungsweise ein Satz im Rahmen des Restaurants. Feste Beträge nennt keine unserer Quellen.
Wo es kein Trinkgeld gibt
- Selbstbedienung und Schnellrestaurants
- Einzelhandelskassen
- Ärztinnen, Ärzte und Therapeuten
- Anwaltskanzleien
Karte oder Bargeld
Kartenzahlung ist verbreitet, und das Trinkgeld lässt sich meist am Terminal ergänzen. Die Terminals zeigen oft Vorschlagswerte an; welche das sind, unterscheidet sich je Betrieb und ist hier nicht belegt. Als Orientierung gilt 15 bis 20 Prozent.
Eine eigene Eingabe ist möglich. Wer dem Server Bargeld geben will, zahlt die Rechnung mit Karte und legt Bargeld separat auf den Tisch.
Rechnen mit unserem Rechner
Unser Trinkgeld-Rechner bietet 5, 10, 15 und 20 Prozent als Schnellwahl. Für andere Sätze, etwa 18 Prozent, geben Sie den Prozentsatz im Feld ein. Auch Nachkommastellen sind möglich.
Wenn man kein Trinkgeld gibt
Server machen meist kein Theater, aber der soziale Druck ist real.
Bei größeren Gruppen berechnen manche Restaurants automatisch eine „automatic gratuity“. Ab wie vielen Personen und in welcher Höhe, steht auf der Karte oder der Rechnung; feste Werte nennen wir nicht.
Service Charge und Tip in den USA
In manchen Restaurants steht eine „service charge“ auf der Rechnung. Das ist nicht dasselbe wie Trinkgeld: Sie geht an den Betrieb, und der Betrieb entscheidet über die Verteilung. Nach den Hinweisen des US-Arbeitsministeriums gilt eine verpflichtende Service Charge nicht als Trinkgeld.
Wer dem Server direkt etwas geben will, kann zusätzlich Bargeld auf den Tisch legen.
Quellen
- U.S. Department of Labor: Fact Sheet #15, Tipped Employees under the FLSA
- Richtwerte: redaktionelle Orientierung, siehe Methodik
Häufige Fragen
Was Leserinnen und Leser sonst noch fragen
Warum ist Trinkgeld in den USA so hoch?
Was passiert ohne Trinkgeld in den USA?
Sind 15 Prozent okay in den USA?
Trinkgeld in US-Hotels?
Bargeld oder Karte in den USA?
Über den Autor
Recherche und Datenpflege trinkgeld-berechnen.de
Jan-Tristan Rudat verantwortet die Recherche und Datenpflege für trinkgeld-berechnen.de. Er gleicht die Trinkgeld-Konventionen der 31 erfassten Länder mit Tourismus-Stellen und etablierten Reiseführern ab und hinterlegt die Quelle je Land. Inhaltlich begleitet er die Ratgeber zu Länder-Unterschieden und zur Differenzierung nach Service-Typ. Die Inhalte sind redaktionelle Aufbereitung öffentlicher Quellen und ersetzen keine Rechts-, Steuer- oder Reiseberatung.
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Stand: Oktober 2026. Gesetze, Steuersätze und Gepflogenheiten können sich ändern. Bei Diskrepanzen zwischen Artikel und amtlicher Quelle gilt die amtliche Quelle.